Welcome to … THE OTHER SIDE … of Switzerland!

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Halli und Hallo! Wie ihr lest – JUHU, WIR SIND AUF DER ANDEREN SEITE! – und wir hatten sofort strahlend blauen Himmel! Aber ja, nicht so schnell und nicht alles vorweg… darum:

Fortsetzung folgt…

*Wenn ihr gleich wissen wollt wie unsere Überfahrt war, diesen Teil bis zum nächsten Stern überspringen! * Haha, bis zum nächsten 😉

Tja, das mit den km schaffen haben wir an diesem Luzerner Tag nicht mehr so ganz geschafft, wir waren noch ewig im Bahnhof gefangen, hatten unseren Warmhalteraum schon einmal gewechselt – er wurde von schwerbewaffneten Polizisten bestürmt und als Pufferzonenbereich für Fussballhooligans zweckentfremdet – und im zweiten (und auch letzten 😉 ) wurden wir irgendwann nach einer Fahrkartenkontrolle darauf hingewiesen, dass wir uns hier nicht aufhalten dürfen – dauerhaft – die dachten vielleicht, wir haben vor dort zu schlafen… also falls ihr das mal vorhabt: Das darf man dort nur mit gültiger Fahrkarte ;-)…Wir waren aber zum Glück so gut wie fertig und aßen Zuckerzeug… Nun wir waren schon echt Knörke in der Birne, nach ca. 5 h Bahnhof… Also endlich raus!

Es war inzwischen dunkel und Wow! Die Luzerner geben sich sehr viel Mühe mit ihrer Weihnachtsbeleuchtung! Es ist nicht nur viel, es ist richtig schön! Und so fuhren wir durch ein Meer aus Lichtern aus dieser Stadt hinaus, steil bergauf, in Richtung nächsten Schlafplatz – und Jep, den haben wir auch wirklich gut gefunden und gewählt, denn wir waren an einer dunklen Stelle im Wald, nicht viel los drumherum, nicht gut einsehbar… und: Keine Autobahn in der Nähe! Also ein echter Glücksgriff und eine Rarität! Denn…

Am nächsten Morgen blieben wir an Ort und Stelle… Eugen ging´s leider nicht so gut, er fühlte sich unwohl und so beschlossen wir einfach dort zu bleiben, einen Pausentag einzulegen, so dass er sich auskurieren kann – er blieb dann nach dem ersten Klogang 😉 auch bis nachmittags im Zelt… Tja, was soll ich sagen, für mich fühlte es sich irgendwann nach gammeln an, wahrscheinlich weil wir die letzten Tage nicht so viele km zurückgelegt hatten und mein Körper lechzte nach Bewegung, die ich ihm nicht gab… nerv…

Aber dann fuhren wir weiter, Eugen ging es so lala, und es hatte immer noch nicht geschneit – allen Unkenrufen zum Trotz. Die Aussicht wurde immer atemberaubender, Berge, Berge, Berge und im Tal der Vierwaldstättersee. Doch es setzte dann bald eine gewisse Entzauberung ein, denn am Ufer ist alles Direkt bebaut, eingezäunt, gehört irgendjemand… Das immer alles irgendjemand gehören muss ist echt schade! Tolle Grundstücke, zweifelsfrei – und bestimmt sehr wertvoll! Bevor die direkt angrenzende Straße entweder generell gebaut, oder so stark befahren wurde… Denn ein Auto am anderen fuhr an uns vorbei – im Sommer ist´s dort vielleicht ruhiger, wegen Stau 😉

Also fuhren wir auch… und ich begann mich irgendwann zu fragen, wo um alles in der Welt wir hier einen Schlafplatz finden sollten… Und wir kamen in Brunnen an und sahen die Straße in der Dämmerung am/im Fels leuchten, also entweder hier oder noch viele Km eine stark befahrene Straße im Dunkeln entlang stoppeln…

Naja, wir haben unsre Augen aufgemacht, nach unten geschaut und ihn gefunden – unter einer Treppe, im Trockenen, in einer Sackgasse, perfekt!

Die Straße im Hellen war abenteuerlich genug und wir fuhren Richtung Ziel! Ach ja, hier: SCHNEE! Jippiyeah!

*HIER WEITERLESEN, falls du oben gesprungen bist 😉

Flüelen, Altdorf, Raststätte – nächster Versuch zu trampen!

Eine Stunde und Erfolg! Der 76-jährige Pascuale hat uns mitgenommen! Er wusste nicht so ganz worauf er sich einlässt, als wir (Eugen und ich) irgendwann endlich dazu kamen unser Anliegen vorzubringen, bei dem wir „viel Gepäck, Anhänger, Hunde“ erstmal nicht erwähnten, sondern uns mit den harten Fakten zufrieden gaben – 3 Fahrräder, 3 Menschen.

Als er dann ein paar Meter weiterfuhr um uns aufzuladen und das Ausmaß wahrnahm, wurde er wohl kurz etwas unsicher… Aber wir waren sofort voller Tatendrang, packten ab und bereiteten den Gepäckträger vor…

„Warte mal! Gepäckträger? Hä? Ich dachte ihr … welcher LKW hat…“

Richtig! Keiner (glaube ich zumindest 😉 )… Wir sind ja auch mit einem Wohnmobil getrampt – so richtig geil, wenn ich mir dieses Wort hier erlauben darf 😉

Lasst euch sagen, es war ein echtes Abenteuer! Der Van war ein Abenteuer, der Gepäckträger war ein Abenteuer (Blicke nach hinten raus, ob sie noch da sind!), unser Fahrer war ein Abenteuer! Alles passte rein und das an den Vordersitzen vorbei, denn die Hintertür war nicht zu öffnen – die Reifen an den Hängern wurden dafür abgebaut – die Fahrräder mit allen Spanngurten die wir hatten, an den noch nie benutzten Gepäckträger „geschweißt“… Wir haben Stories gehört, da schlackern uns jetzt noch die Ohren und sorgen für einen ordentlichen Lacher… Wir haben während der Fahrt zweimal angehalten – das erste Mal auf einem Parkplatz, da wurde mir ein spezieller Kaffee gekocht (es stellte sich heraus, dass er einen Schuss Wein enthielt, ich hatte dafür aber Zeit das Abblendlicht anzumachen, während Viktor und Eugen uns vor einer Diebstahlbeschuldigung bewahrten, indem sie ein Lebens-wichtiges Messer fanden), das zweite Mal auf dem Randstreifen, um die CD zu wechseln… Und immer wurde sehr viel erzählt, wirklich SEHR VIEL! Und so kamen wir auf die andere Seite, gesund und munter und hatten endlich blauen Himmel gesehen und Sonne, zwar aus dem Auto, aber SONNE!!!…

Stiegen in Bellinzona auf der Autobahnraststätte aus und tranken erstmal eine Milch, zur Feier des Tages… 😉 und weiter wie immer – Schlafplatz suchen, schlafen, morgens aufwachen und nochmal wow! Da war unser erster Bodenfrost!…

Wir sind gestern dann ordentlich gestrampelt: Monte Ceneri hieß unsere Herausforderung… das sind ca. 340 Hm auf 6 Km, wie ihr merkt, ohne Probleme! 😉 (Wir entwickeln uns noch zu Angebern…ich weiß 😉 )

Und dann das vielleicht Beste: Beim Pausemachen, nach einem Stück Abfahrt, hielt ein Auto und Fabiano stieg aus – Er hat einen Freund, der in 5 Jahren die Welt umradelt hat und ob wir nicht Lust haben, heute bei ihm zu übernachten? – Klar! Auf nach Lugano! Und dort landeten wir in einem Bicicletta Verein (Bicicletta heißt Fahrrad auf Italienisch), quatschten, Tee trinken, während die Herren eine wichtige Sitzung über die Verbesserung der Straßen in Tessin und das Heranführen der Menschen ans Fahrradfahren (das ist die Kurzversion 😉 ) führten. Für das darauffolgende Essen in einer Pizzeria wurden wir herzlich eingeladen, wir genossen unsere erste italienische Pizza (denn auch wenn das noch Schweizer-Land ist, ist es eigentlich schon Italien 😉 ) und wurden obendrauf noch mit jeweils einem ihrer T-Shirts beschenkt! Danke Claudio, Marco, Christian, Fabiano und allen anderen für eure herzliche Art!

Und wenn du, lieber Leser, mal etwas mehr über das Engagement dieses Vereins erfahren willst, schaue unter: www.proveloticino.org

Im Bett waren wir um 1 oder um 2, bei Fabiano zuhause, bei dem wir heute alle zusammen in der Wohnung (er hat übrigens auch einen Hund), einen schönen, warmen, gemütlichen Tag verbringen und von wo aus ich jetzt auch schreibe – den Geruch eines bestimmt sehr leckeren Kartoffelauflaufes in der Nase…

Was mir sonst noch einfällt: Wir stellen fest, wir haben Zeit, werden langsam zu wirklichen Reisenden, sind unsere eigenen Chefs, lernen über uns selbst, müssen Kompromisse eingehen, uns zurücknehmen und durchsetzen, haben unterschiedliche Stärken und Schwächen, 24/7, freuen uns über den Sonnenschein, das Fahren, Weiterkommen, Leute treffen, Navigieren, das Fotografieren, Schreiben… Es ist nicht immer leicht (aber was ist eigentlich leicht 😉 ), aber doch sehr sehr schön!

Bis bald!

1 comment on “Welcome to … THE OTHER SIDE … of Switzerland!Add yours →

  1. Hallo Ihr Wilden,

    Euch eine wunderschöne Weiterfahrt und nen (da gibts ja wohl keinen Zweifel) ungewöhnlichen Jahreswechsel wünschen die

    alkabones.

    dem bodo wächst der bauch langsam wieder zu und alles ist ok…

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